Persönlich und weltweit verbunden

Am Freitag, den 6. März 2026, wird weltweit der Weltgebetstag gefeiert. Als globale ökumenische Bewegung verbindet er Frauen aus über 170 Ländern im gemeinsamen Gebet, im Nachdenken und im Engagement für Gerechtigkeit – besonders für Frauen und Kinder, die unter Gewalt sowie eingeschränktem Zugang zu Gesundheitsversorgung und wirtschaftlichen Chancen leiden. Dies gilt auch für Nigeria, das Weltgebetstagsland 2026 ist. Trotz der großen Herausforderungen haben die Christ*innen dort zu diesem Anlass das Bibelwort aus Matthäus 11,28 gewählt: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ Comfort Chile Ottah blickt auf die Situation der nigerianischen Christ*innen und lädt dazu ein, sich im Gebet und vereint in Jesus Christus an ihre Seite zu stellen.

Nigeria hat seit seiner Unabhängigkeit von Großbritannien 1960 eine wechselvolle politische Geschichte erlebt. Kurze Phasen ziviler Regierung wurden immer wieder durch lange Phasen der Militärherrschaft abgelöst. 1999 kehrte Nigeria nach fast 16 Jahren der Militärdiktatur erneut zu einer demokratischen Regierungsform zurück. Diese vierte Republik hat jedoch weder die Erwartungen erfüllt noch das Wohlergehen und die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert.

Der Weltgebetstag verbindet christliche Frauen weltweit in Gebet und Solidarität. © Foto: Ria Bose/dupe | Der Weltgebetstag verbindet christliche Frauen weltweit in Gebet und Solidarität.

Unsere politischen Führer*innen waren alles andere als aufrichtig, kompetent und gottesfürchtig. Durch ihr Handeln aber auch durch ihre Untätigkeit ist die Zahl der schutzbedürftigen und armen Menschen Schätzungen zufolge auf etwa 130 Millionen angestiegen. Oft springen Kirchen ein, um zu unterstützen. Doch die Versorgung dieser Menschen belastet die Ressourcen der Kirchen bis an ihre Grenzen, da sie mit ihrem knappen Budget für Sozialleistungen nicht allen Bedürftigen helfen können.

Es besteht kein Zweifel, dass die rund 230 Millionen Nigerianer*innen die positiven Auswirkungen der christlichen Evangelisation spüren und kennen, aber sie hat auch zu Verfolgung, Gewalt und subtilen, inoffiziellen Maßnahmen geführt, durch die Christ*innen auf verschiedenen Ebenen und bei verschiedenen Aktivitäten eingeschränkt und sogar bestraft werden. In einigen Bundesstaaten im Norden Nigerias beispielsweise sind Kirchen aufgrund der von der Regierung eingeführten Scharia-Gesetze in ihrer Arbeit eingeschränkt, können kein Eigentum erwerben oder evangelisieren.

Eine der größten christlichen Bevölkerungen Afrikas unter Druck

In Nigeria leben wahrscheinlich mehr als 100 Millionen Christ*innen, die ihre Kraft aus Christus Jesus schöpfen. Damit stellen Christ*innen einen sehr großen Anteil der Bevölkerung. Vergleichende Statistiken zeigen zudem, dass Nigeria eine der größten christlichen Bevölkerungen Afrikas hat. Neuere Studien deuten sogar darauf hin, dass diese Zahl noch steigen könnte.

Eine Aufschlüsselung legt nahe, dass mehr als 200 größere Konfessionen und Kirchenfamilien diese geschätzte Zahl ausmachen – die römisch-katholische Kirche, die protestantische Kirchengruppe – die anglikanische, methodistische, baptistische, presbyterianische Kirche, die Evangelical Church Winning Africa, die stark wachsenden Pfingst- und charismatischen Kirchen und andere, die einen eindeutigen afrikanischen Ursprung haben, wie die Cherubim und Seraphim, Adura und viele andere.

Erleichterung und Trost durch Jesus

Angesichts solcher Zahlen ist es verwirrend, dass die faire Vertretung des Volkes, die die Demokratie verspricht, den Christ*innen nicht hilft, insbesondere in einigen nördlichen Bundesstaaten, in denen Christ*innen zahlenmäßig fast ebenso stark vertreten sind wie Muslim*innen. Obwohl das Verhältnis der Bevölkerungsgruppen in diesen Bundesstaaten bekannt ist, sind Christ*innen unterrepräsentiert und benachteiligt. Durch Wahlmanipulation wurde sichergestellt, dass in diesen Bundesstaaten im Norden Nigerias Christ*innen nicht in leitende Regierungsposten gewählt wurden. Das Ergebnis ist die Unterdrückung und Entrechtung einer großen Zahl von Christ*innen, sodass ihre Ansichten und ihr Wohlergehen nicht wie die anderer Einwohner*innen fair berücksichtigt werden.

Trotz alledem sind wir als Nigerianer*innen Zeug*innen der göttlichen Gnade in unserem täglichen Leben und möchten Sie einladen, in Jesus Trost und Erleichterung von den Mühen des Lebens zu finden. Diese Einladung richtet sich nicht nur an eine bestimmte Gruppe, sondern an alle, die die Last der Kämpfe des Lebens spüren.

Hoffung und Einladung zum Weltgebetstag

Die Ausrichtung des Weltgebetstags ist für die nigerianischen Kirchen eine Ehre und zugleich eine große Hoffnung darauf: durch Gebete und Hilfe der Weltgebetstagsgemeinde für eine Verbesserung ihrer Lage und Herausforderungen ermutigt und bei ihren Evangelisationen und sozialen Aktionen und Investitionen zur Versorgung der Schwächsten unterstützt zu werden.

Wir wünschen uns allen eine wunderbare Erfahrung, die zu einer besseren Beziehung zur weltweiten christlichen Gemeinschaft beitragen wird. Jesus bietet einen Weg aus den Lasten der Sünde, der Schuld, der Scham, der Angst und den Belastungen des Lebens durch den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, unabhängig von Ethnie, Hautfarbe oder Nationalität. Wenn Sie Ihre Lasten Jesus übergeben, wird er Sie von allen Fesseln des Teufels in Ihrem Leben befreien. Das Jahr 2026 ist auch Ihr Jahr der „RUHE“ im Namen Jesu.

Amen.

Comfort Chile Ottah


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