Warum Nigeria Gottes Eingreifen braucht
Nach dem Weltgebetstag im März 2026 droht das Leid in Nigeria wieder aus dem Blick zu geraten. Verfolgung, Hunger und massive Ungerechtigkeit prägen weiterhin den Alltag vieler Christ*innen. Mary Azukaego Ikechukwu erinnert an die dramatische Lage und ruft dazu auf, auch über den Weltgebetstag hinaus solidarisch im Gebet verbunden zu bleiben.
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Es liegt in Westafrika und hat über 230 Millionen Einwohner*innen. Das Land besteht aus 36 Bundesstaaten und dem Hauptstadtterritorium Federal Capital Territory mit der Hauptstadt Abuja. Nigeria ist kulturell sehr vielfältig: Dort leben mehr als 250 ethnische Gruppen, von der jede ihre eigenen Besonderheiten hat.
© Foto: Fatima Yusuf/unsplash | Kuhherden werden teilweise absichtlich auf Felder von Christ*innen getrieben.
Große Unsicherheit
Der größte Teil der Bevölkerung Nigerias sind Christ*innen, aber einige Muslim*innen, insbesondere Fulani, die in der Minderheit sind, tun alles in ihrer Macht Stehende, um diese Realität zu ändern. Dazu töten sie Kinder, Jugendliche und Erwachsene, zerstören Häuser und brennen sie nieder. Die Bewohner*innen werden vertrieben, mit dem Ziel, das Land mit ihren Familien und Kühen zu übernehmen und zu besetzen. Ihr Ziel ist es, Nigeria in einen islamischen Staat zu verwandeln. Unser ehemaliger Präsident, der verstorbene Mohammed Buhari (ein überzeugter Muslim), öffnete die nigerianischen Grenzen für Dschihadist*innen, die in großer Zahl aus verschiedenen islamischen Ländern West- und Zentralafrikas nach Nigeria kamen. Dies ist der Hauptgrund für die Unsicherheit in Nigeria. Kirchen werden angegriffen, Gläubige getötet und ihre Kirchen niedergebrannt, insbesondere im Norden Nigerias. Bitte beten Sie für uns.
Extreme Armut
Aufgrund der Unsicherheit herrscht in diesem Land extreme Armut, da es an Nahrungsmitteln mangelt. Die Bäuer*innen gehen kaum noch auf ihre Felder. Viele werden auf ihren Feldern getötet, und ihre Felder werden von den Kühen zerstört, die von den Dschihadist*innen geführt werden, die sich in allen 36 Bundesstaaten des Landes als Fulani-Hirt*innen ausgeben. Ich bin selbst Opfer der Kühe geworden, die Felder verwüsten. Seit über drei Jahren werden die drei Felder, auf denen ich verschiedene Feldfrüchte angebaut habe, regelmäßig vollständig von Kühen abgefressen, ohne dass mir etwas zum Ernten übrig bleibt. Im August 2025, beispielsweise, sind die Kühe dreimal hintereinander auf meine Felder eingedrungen, um meine Ernte und die meiner Nachbar*innen zu fressen. Es ist sehr entmutigend, dass man, obwohl man Nahrung anpflanzt, mit knappen Mitteln auf den Markt gehen muss, weil man nichts ernten kann. Jeden Tag sterben Menschen aufgrund von Not und Entbehrungen. Bitte beten Sie für uns.
Schlechte Regierungsführung und Ungerechtigkeit
Nigeria leidet seit Jahren bis heute unter schlechter Regierungsführung, die durch Ungerechtigkeit verursacht wird. In unserer Justiz gibt es so viel Ungerechtigkeit. Die Wahrheit wird auf den Altären unserer Gesetzgebenden und Machthabenden geopfert. Arme Menschen haben keine Hoffnung, vor den Gerichten meines Landes Gerechtigkeit zu erlangen. Oh Herr, sei uns gnädig! Nigeria sollte, wie Gott es vorgesehen hat, aufgrund der Ölvorkommen in unserem Land eine der reichsten Nationen der Welt sein, aber schlechte Führung hat uns in ewiger Armut gehalten. Korruption ist der Fluch der nigerianischen Anführer*innen. Bitte beten Sie für uns, dass Gott uns gute Leitende schenkt.
Dramatische Missstände
Das florierende Geschäft unter jungen Menschen ist derzeit Entführung und Lösegeldforderungen. In vielen Fällen wird das Lösegeld gezahlt, aber das Opfer wird nicht freigelassen, sondern für Organraub getötet – lebenswichtige Organe werden entnommen und für Geld verkauft. Die Menschen wollen um jeden Preis reich werden, ohne dafür zu arbeiten. Bewaffnete Raubüberfälle, rituelle Morde, Tribalismus und Vetternwirtschaft sind weitere dramatische Missstände.
Mit schwerem Herzen schreibe ich diese Dinge über mein Land. Wir bitten die weltweite Kirche inständig, für die nigerianische Kirche und für die Menschen, die all diese Übel erleiden, Fürbitte zu leisten. So wie der Apostel Paulus berufen wurde, nach Makedonien zu kommen, um zu helfen (Apostelgeschichte 16,9), bittet die Kirche in Nigeria die weltweite Kirche um Hilfe, denn „des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist“ (Jakobus 5,16). Bitte beten Sie für uns und mit uns – und bleiben Sie auch über den Weltgebetstag hinaus an unserer Seite.
Nigeria braucht Gottes Eingreifen
Mary Azukaego Ikechukwu
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