Einfach mal wagen
Kirche steht vor großen Veränderungen. Doch wie entstehen neue Formen von Gemeinde, die zu den Lebenswelten der Menschen passen? Christian Butt und Emilia Handke zeigen anhand zahlreicher Praxisbeispiele, wie mutige Ideen Kirche bereichern können – innerhalb und außerhalb der Kirchenmauernen. Matt Barlow hat das Buch für uns gelesen.
© Foto: Vandenhoeck & Ruprecht/Fallon Michael/unsplash | Einfach mal wagen!, Christian Butt (Hg.), Emilia Handke (Hg.), Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN: 978-3-525-60462-5
Vielen, die im kirchlichen Umfeld tätig sind, dürfte der Begriff „Fresh X“ bekannt sein – neue Projekte, die sich an Menschen richten, die möglicherweise wenig Interesse an der „traditionellen“ Kirche haben. Aber auch eine neue Art, Kirche zu denken und zu leben, angesichts der Herausforderungen einer sich rasch wandelnden Gesellschaft und einer kirchlichen Struktur, die Mühe hat, Schritt zu halten. Auch wenn in „Einfach mal wagen!“ der Begriff „Fresh X“ nicht verwendet wird, entsprechen die darin beschriebenen Ansätze und Projekte doch voll und ganz diesem Konzept. Christian Butt und Emilia Handke beschreiben eine kirchliche Struktur, in der Vikar*innen in der schwierigen Lage sind, darin zwar zu Pastor*innen ausgebildet zu werden, sie aber im Anschluss radikal verändern zu müssen. Ein Dilemma für alle Beteiligten und eine grundlegende Herausforderung für die Ausbildung und den Start in die pastorale Arbeit und den kirchlichen Dienst.
Innovativ trotz Denkmalschutz
Um sowohl neue Pastor*innen als auch diejenigen zu ermutigen, die schon seit Jahren im kirchlichen Umfeld tätig sind, werden in diesem Buch zahlreiche innovative Projekte vorgestellt. Das Buch ist in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste befasst sich mit innovativen Projekten, die in traditionellen Kirchengebäuden durchgeführt wurden. In einer Zeit, in der viele Gebäude renovierungsbedürftig sind, aber gleichzeitig unter Denkmalschutz stehen und umweltfreundlicher gestaltet werden müssen, zeigen diese Projekte, wie ein Gebäude, das oft als „Problem“ angesehen wird, zu etwas Kreativem und Neuem werden kann. Der zweite Teil des Buches befasst sich mit Projekten außerhalb der Kirchenmauern in den verschiedenen Lebenswelten der Menschen.
Wer sind wir als Gemeinde?
Verschiedene Projekte erfordern unterschiedliche Grade an Engagement und Vorbereitung, doch die Autor*innen betonen ausdrücklich, dass es sich dabei nicht unbedingt um MEHR Arbeit als bei einem traditionellen Gottesdienst handelt, sondern einfach um eine andere Art von Arbeit. Jede einzelne Gemeinde kann die Arbeit, die sie leistet, neu überdenken, darüber nachdenken, wer sie als Gemeinde sein möchte und was sie für die Menschen in ihrer Umgebung tun möchte.
Dieses Buch ist eine wertvolle Quelle für Kirchengemeinden und Pfarrpersonen, die daran interessiert sind, neue Wege zu gehen und das breite Spektrum zu erkunden, was Kirche sein kann.
Matt Barlow
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